Was kostet die IT-Ausstattung pro Arbeitsplatz?

Wer ein IT-Budget plant, findet online vor allem Gerätepreise – aber kaum ehrliche Gesamtrechnungen. Hier sind realistische Spannen für 2026, inklusive der Kosten, die in keinem Warenkorb auftauchen.

9. Juli 2026 · Lesezeit ca. 6 Min. · Procura IT Redaktion

Die kurze Antwort

Für einen vollwertigen Büro-Arbeitsplatz sollten Sie 2026 mit 1.200 bis 2.200 € netto an einmaliger Hardware rechnen, plus 15 bis 40 € pro Monat für Software-Lizenzen. Die Spanne ist groß, weil „Arbeitsplatz" nicht gleich „Arbeitsplatz" ist – deshalb lohnt sich der Blick auf die drei typischen Profile.

Drei Arbeitsplatz-Profile mit Preisspannen

ProfilTypische AusstattungHardware (netto)
Standard-Arbeitsplatz
Verwaltung, Sachbearbeitung
Business-Laptop (z. B. ThinkPad E-Serie), Dockingstation, 1–2 Monitore (24″), Tastatur/Maus, Headset1.200–1.600 €
Power-Arbeitsplatz
Entwicklung, CAD, Kreation
Workstation-Laptop oder Desktop, 2 Monitore (27″+), erweiterte Peripherie2.000–3.500 €
Mobiler Arbeitsplatz
Vertrieb, Außendienst
Leichter Business-Laptop (z. B. T14/Latitude), LTE-Option, Reisezubehör1.400–2.200 €

Dazu kommen anteilige Infrastrukturkosten (Netzwerk, Drucker, ggf. Serveranteil), die je nach Unternehmensgröße bei 100–300 € pro Arbeitsplatz liegen – und laufende Lizenzen: Microsoft 365 Business Standard oder Premium schlägt mit rund 12–25 € pro Nutzer und Monat zu Buche.

Die Kosten, die niemand budgetiert

Der Gerätepreis ist der sichtbare Teil. Teurer ist oft der Prozess drumherum – konservativ gerechnet:

  • Recherche und Preisvergleich: 1–3 Stunden pro Bestellung, meist bei gut bezahlten Mitarbeitenden, die eigentlich anderes zu tun haben.
  • Bestellung über mehrere Shops: verschiedene Logins, Lieferzeiten und Rechnungsformate – pro Vorgang schnell eine weitere Stunde.
  • Einrichtung: ohne standardisiertes Setup 1–2 Stunden pro Gerät.
  • Belegverwaltung: Rechnungen suchen, Kostenstellen zuordnen, an den Steuerberater weiterreichen – der Klassiker unter den unsichtbaren Kosten.
  • Vergessene Garantien und Lizenzen: das abgelaufene Abo, das sich automatisch teuer verlängert, oder der Garantiefall, den niemand geltend macht.

Rechnet man interne Arbeitszeit mit 60–80 € pro Stunde, kommen pro Arbeitsplatz-Beschaffung leicht 150–400 € Prozesskosten zusammen – auf jede einzelne Bestellung, jedes Jahr, bei jedem Wechsel.

Praxis-Tipp: Definieren Sie 1–3 Standard-Profile und bestellen Sie nur noch diese. Die Standardisierung spart mehr als jede Rabattverhandlung – bei Einkauf, Einrichtung und Support.

Kaufen, leasen oder mieten?

Faustregel: Kauf lohnt sich bei stabiler Teamgröße und Nutzungsdauer ab 4 Jahren. Leasing passt bei schnellem Wachstum, planbaren Budgets und wenn Liquidität geschont werden soll – kalkulieren Sie über die Laufzeit etwa 10–20 % Aufschlag gegenüber dem Kaufpreis. Wichtig ist die ehrliche Gegenrechnung mit echten Zahlen, nicht die pauschale Empfehlung. Mehr dazu auf unserer Seite Laptops & Arbeitsplätze.

Fazit

Budgetieren Sie pro Standard-Arbeitsplatz rund 1.500 € einmalig plus 20–30 € monatlich – und nehmen Sie die Prozesskosten ernst: Sie sind der Teil, den Sie durch bessere Organisation (oder einen Beschaffungspartner, der Lieferung, Doku und Buchhaltung übernimmt) tatsächlich auf null bringen können.

Alle Preisangaben: Netto-Richtwerte Stand Juli 2026, abhängig von Ausstattung und Marktlage. Für Ihre konkrete Teamstruktur erstellen wir innerhalb von 24 Stunden ein verbindliches Angebot.

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